3 Tage Sölden

Ein Kurztrip zum Ski fahren macht immer Spaß. Wie in jedem Jahr zog es mich mit 4 Freunden und meiner Frau nach Sölden im Ötztal in Tirol. Es war seit 2009 mein 13. Kurztrip dort hin.

Sölden hat zwar „nur“ 3.000 Einwohner, dafür aber 18.000 Betten. Wir starteten in einem 9er-Bus nachts um 2 Uhr. Die Strecke lässt sich nachts gut fahren und wenn man morgens gegen sechs Uhr am Fernpass ankommt, ist dieser auch noch ohne viel Verkehr zu überqueren. Der Vorteil ist natürlich auch, dass man den Anreisetag komplett als Skitag nutzen kann. Wir waren für die Strecke von 530 Kilometer mit Pause und leichtem Schneefall knappe sechseinhalb Stunden unterwegs. Unsere Zimmer konnten wir noch nicht beziehen, darauf waren wir aber vorbereitet und so hatten wir unsere Skisachen schon griffbereit in unserem Bus. Umziehen, Skipass kaufen und ab auf den Berg. Der Skipass ist recht teuer. Der Tag kostet im Schnitt 50,-€. Da der Wetterbericht für unseren dritten Tag nichts Gutes voraussagte, entschieden wir uns erst einmal für nur zwei Tage. Das sollte sich später als richtig herausstellen. 

Das Skigebiert Sölden besteht eigentlich aus drei Bereichen: Dem Gaislachkogl, der auch schon Drehort für James Bond 007-Spectre war, dem Giggijoch und dem Gletscherskigebiet, das sich noch einmal in Tiefenbachgletscher und Rettenbachgletscher unterteilt.

Wenig Sicht
Das schönste Bild des ersten Tages – das sagt einiges aus…

Am ersten Tag spielte das Wetter leider gar nicht mit. Dauerhafter Schneefall und schlechte Sicht machten das Fahren etwas ungemütlich. Ja, ich gebe zu: Ich bin Schönwetter-Fahrer. Dafür nutzten wir die Pausen ausgiebig.  Toller Ausgangspunkt für sämtliche Skifahrten ist die Rotkogelhütte. Sie befindet sich auf dem Giggijoch auf 2.662m und ist der ideale Ausgangspunkt für Fahrten zum Gletscher zum Giggijoch oder zur Gaislach-Seite. Außerdem läuft hier Musik für jedermann und die Stimmung ist oftmals so, dass es schwer fällt, die Ski überhaupt wieder anzuschnallen. Und da die Pistenverhältnisse wie beschrieben, nicht gerade ideal waren, hielten wir uns hier recht lange auf. Den nächsten und tatsächlich letzten Hütten-Stop legten wir bei Eugens Obstlerhütte hin. Sie liegt auf der Talabfahrt am Giggijoch und ist nur über eine schwarze Piste (Schwere Kategorie) und eine Rote Piste (mittelschwere Kategorie) zu erreichen. Dafür lohnt sich der Weg aber. Die Getränkeauswahl ist extrem gut, die Hütte sehr urig und Anlaufstelle für viele „Vielfahrer“ und Sölden-Liebhaber. Von hier aus kann man sogar mit dem Taxi ins Tal fahren, was für viele Leute auch durchaus Sinn macht. Die Taxen fahren auf Bestellung, aber sogar auch zu geregelten Zeiten wie ein Linienbus und die letzte reguläre Abfahrt zahlt der Besitzer Christian höchstpersönlich. Nach einem langen Anfahrts-, Ski- und Hüttentag nutzen wir ebenfalls das Taxi und bezogen Abends unsere Zimmer. Nach 18 Stunden auf den Beinen waren wir froh, endlich im Bett zu liegen.

 

Der zweite Tag startete mit Sonnenschein. Wir gehörten zu den ersten Personen an der Gaislachkoglbahn und fuhren direkt von der Mittelstation mit dem Wasserkar-Lift auf die äußerste Seite des Gaislachkogl. In diesem Moment war uns wieder klar, warum wir eigentlich Ski fahren. Die Sonne strahlte und vor uns waren gerade einmal vier Skispuren im Schnee zu sehen. Dieses Gefühl alleine auf der frisch präparierten Piste zu sein macht einfach unendlich viel Spaß. Und somit fuhren wir diesen Weg direkt drei Mal bis wir dann schon zur ersten Talabfahrt ansetzten. Man hatte das Gefühl ganz alleine im Skigebiet zu sein. Zur Mittagszeit trafen wir Freunde aus Sölden und machten den ersten größeren Halt auf der Gampealm. Die Gampealm liegt auf 2.000m und auf dem Weg von der Giggi- auf die Gaislachseite. Der Besitzer Roland ist glühender Fan von Schalke 04, was sich auch durch diverse Fahnen und Accessoires bemerkbar macht. Die Lounge Möbel laden in der Sonne einfach zum Verweilen ein. Der Blick ins Tal ist herrlich. Genau so war es bei uns. Wir machten uns erst wieder auf den Weg, als wir zur eigentlichen Mittagspause wollten. Diese machten wir wieder auf der äußersten Gaislachseite. Hier befindet sich auf 1.951m und direkt vor der Talabfahrt Bubis Skihütte. Das Essen ist wirklich lecker, die Bedienungen sind nett und auf Zack und man findet neben den typischen Gerichten wie Schnitzel und Burger auch viele regionale Spezialitäten. Die Talabfahrt führt genau zur beliebten Apreski-Bar „Philipp“. Ich empfehle euch einfach einmal einen B52. Der B52 besteht aus Kaffeelikör, Baileys und Rum und wird am Tisch auch noch angezündet. Aber Vorsicht, nutzt den mitgelieferten Strohhalm, die Gläser sind extrem heiß. Ihr fragt euch vielleicht warum ich das extra dazu schreibe? Ich habe die Nachbartische beobachtet. 😉

Zentrum-Shuttle
Mit der Kabinenbahn pendelt man zwischen Zentrum und Philipp.

Das Philipp hat für alle partylustigen Besucher zwei besondere Dinge zu bieten. Hier kann man seine Ski in extra dafür eingerichtete Spinde einschließen und es gibt eine Kabinenbahn, die kostenlos wie ein riesiger Aufzug von der kleinen Anhöhe direkt in den Ortskern fährt. So kommt man auch zu später Stunde mit allem Zubehör noch sicher ins Tal.

Der dritte Tag startete mit einer handfesten Überraschung. Mit so viel Neuschnee hatten wir wirklich nicht gerechnet. Das komplette Skigebiet war gesperrt und wir waren froh, auf den Skipass für den dritten Tag verzichtet zuhaben. Nur mal zum Vergleich: Kauft man direkt ein Dreitagsticket spart man je nach Saison ca. 5,-€ zum Tageskartenkauf. Wir hatten mit unserm 5€-„Risiko“ also 45€ gespart. Allerdings müsste man sich bei gutem Wetter auch noch einmal an der Tageskasse oder im Skiverleih anstellen und den Skipass erneuern lassen. Hier sollte man einfach ein wenig auf den Wetterbericht hören und dann entscheiden.

Eingeschneit
Die Rückfahrt begann durch erschwerte Bedingungen später als geplant…

Wir hörten an diesem Morgen nicht nur die Sprengungen diverser Lawinen, sondern auch die Sirenen durchs Tal pfeifen. Nachdem wir unser Auto vom Schnee befreit hatten machten wir uns direkt auf den Weg. Eine halbe Stunde später wurde das Tal für ca. 3 Stunden gesperrt. Wir waren froh, dass wir überhaupt noch raus gekommen sind. Bei dauerhaftem Schneefall drohen Lawinen und beim Thema Sicherheit wird von den Verantwortlichen kein Kompromiss eingegangen. Nach über acht Stunden waren wir wieder zu Hause. Etwas erschöpft, aber trotzdem Happy nach dem Kurztrip in die Österreicher Alpen.

Was kann ich auch noch empfehlen: Definitiv die Schirmbar in der Nähe der Giggijochbahn. DJ Bomba sorgt hier immer für eine grandiose Stimmung. Man sollte aber darauf achten, nicht zu späte dort anzukommen. Die Schirmbar ist sehr beliebt und schnell komplett gefüllt. Pünktlich um 20 Uhr schließt die Bar.

Für ein Abschlussbier ist immer Platz im Marcos. Sehr zentral gelegen reagiert das Personal normalerweise auf jeden Musikwunsch. Außerdem läuft im Hintergrund immer Fußball oder Wintersport, so dass man hier beim vorletzten und letzten Bier den Abend schön ausklingen lassen kann.

Falls ihr Fragen habt, kontaktiert mich gerne per Mail. Wenn ich euch helfen kann, melde ich mich.

Skikarte Sölden
Links, die Gaislach-Seite. Rechts der Giggijoch. Hinten oder besser oben links, das Gletscherskigebiet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s