Urlaub am Gardasee / Teil 2

Am Mittwoch ging es also von unserem Zwischenstopp Imst weiter an unser Ziel: Den Gardasee. Auch hier war uns wieder wichtig, morgens bei kühlen Temperaturen und wenig Verkehr zu starten. Um 5:00 Uhr fuhren wir in Richtung Brenner. Auf der Autobahn war nichts los und somit war der wichtigste Punkt, gut durchzukommen, schon einmal geschafft. Kurz vor dem Brenner fährt man an Innsbruck vorbei und kann dabei einen kurzen Blick über die Stadt erhaschen. Nach einer Rechtskurve erscheint plötzlich auf der linken Seite die beeindruckende Skisprungschanze. Als Wintersportfan war das für mich das kleine Highlight am frühen Morgen.

Am Brenner lief dank der bereits beschriebenen Videomaut alles ganz schnell. Jetzt merkt man langsam das Italien nicht mehr weit ist. Die Berge werden niedriger und die Pflanzen verändern sich. Langsam schlängelt sich die Autobahn am Brennerpass vorbei in die Weinbauregion Trentino und die Vorfreude steigt, als die Sonne endlich den Weg durch die vereinzelten Berge findet. Im Auto läuft mittlerweile der Song Ninna Nanna von Loredane Bertè, den ich auch beim Schreiben und Lesen dieses Berichtes wieder höre. Ich Empfehle euch dringend den Titel jetzt auch abzuspielen. 😉

Ach ja, Autobahn fahren kann ja so schön sein… 🙂

In Rovereto fahren wir von der Autobahn und sind direkt umringt von Weinbergen. Die letzten Meter genießen wir noch einmal mehr. Wer Lust auf schöne Urlaubsbilder hat holt bei Nago die Kamera raus. Hier sieht man ihn endlich: Den Gardasee.

 

Die Urlaubsstimmung ist perfekt und man verliebt sich beim Panoramablick direkt in diese Gegend. Über Torbole fahren wir nun nach Riva und von dort aus an unserem eigentlichen Ziel vorbei weiter nach Limone sul Garda.

Limone sul Garda

Morgens um acht Uhr ist unser Hotel sowieso noch nicht bezugsfähig und um unserer Freunde am Liegeplatz am See zu überraschen, müssen die erst mal dort liegen. Limone liegt nur etwa 10 Kilometer weiter am westlichen Ufer und ist tagsüber von Touristen recht überlaufen. Also nutzen wir die Gunst der (Morgen-)Stunde und besuchen dieses kleine Urlaubsidyll direkt. Die Straße ist teilweise spektakulär. Sie führt direkt am Berg oberhalb des Sees entlang. Ich habe nicht genau gezählt, aber knapp 20 kleinste Tunnel müssen auf wenigen Kilometern durchfahren werden. Zwischen diesen Abschnitten blickt man immer wieder auf den See und nach wenigen Minuten entdeckt man das kleine Örtchen Limone sul Garda mit seinen knapp 1.200 Einwohnern. Der Blick über den See ist herrlich und wenn man am frühen Morgen durch die leeren kleinen Gassen schlendert möchte man am liebsten direkt hier bleiben. Erst jetzt beginnen die ersten Geschäfte und Restaurants zu öffnen. Die erste Tasse Kaffee scheint nicht mehr weit zu sein. Wir haben Urlaub.

 

Die Überraschung

…ist uns gelungen. Zurück in Riva parken wir am kleinen Yachthafen Porto San Nicolo und gehen zu Fuß am Ufer entlang. Unser Kleiner freut sich auf die ersten Meter mit seinem Laufrad und am anderen Ende der Liegewiese sehen wir schon unserer Freunde „das Lager“ beziehen. Als unser Sohnemann mit Laufrad und Helm an Ihnen vorbei fährt wechseln die frangenden Blicke untereinander. Unter dem Fahrradhelm kam ihnen der kleine Urlauber irgendwie bekannt vor. Wir hätten es eigentlich aufnehmen müssen… Nachdem wir unsere Überraschung aufgelöst hatten fuhren wir zu unserem Hotel.

Das Ambassador Suite Hotel

Das Dreisterne Hotel ist das Stammhotel unserer Freunde. Über vier Stockwerke verteilen sich unterschiedlichste Zimmerkategorien. Vom normalen Doppelzimmer bis hin zum Familienzimmer mit Verbindungstür, Essbereich und Küche. Der Pool im Garten ist wirklich sehr schön und eine echte Alternative zum See für den späteren Nachmittag. Außerdem sorgen ein kleiner Fußballplatz, ein Spielplatz und ein Trampolin für jede Menge Spaß bei Kids. Wir haben unser Zimmer im vierten Stock und freuen uns, im Gegensatz zu unserem Hotel in Österreich hier einen Aufzug zu haben. Unsere Zimmer sind zwar erst um die Mittagszeit fertig, trotzdem kann man sich für den See schon einmal umziehen. Das Hotel hat ca. 40 Fahrräder die man sich ausleihen kann. Man benötigt für den Fußweg zum See 5 Minuten. Insgesamt gefällt uns das Hotel, aber nachdem nun alle Zimmer komplett renoviert wurden sind die Preise leider um fast ein Drittel angestiegen. Das sorgt für einen echten Wehmutstropfen bei der Buchung und führt bei uns eventuell dazu, beim nächsten Mal eine andere Unterkunft zu wählen.

Ambassador Suite Hotel - Blick in den Garten

Riva del Garda

Riva ist eine Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Vom Yachthafen aus verläuft die knapp 1,5 Kilometer lange Viale Rovereto gesäumt mit kleinen Hotels, Eisdielen, Restaurants und Supermärkten bis in die gemütliche Altstadt. Auf der Straße befinden sich auch ein größeres Einkaufzentrum mit einem Supermarkt und das edle Hotel Du Lac. An der Ecke zur Straße Via-Franz-Kafka befindet sich das Cafe Flora, von dem viele Personen, inklusive mir, behaupten, dass es hier das beste Eis am Gardasee gibt. Durch diese Straße gelangt man auch an eine der Liegewiesen. Wenn man morgens früh da ist, ist die Auswahl an schönen Plätzen noch sehr groß. Nachmittgas wird es immer voller, da auch die einheimischen nach Feierabend noch einmal die Zeit am See genießen. Die kleine Altstadt erreichet man von hier in  nicht einmal 10 Minuten mit dem Fahrrad. Die kleinen Gassen laden zum Bummeln ein. Hier findet das Touri-Herz alles was es begehrt. Für mich sind die diversen Läden mit Wein, Olivenöl und Gewürzen immer Pflicht und die Grundlage für sämtliche Urlaubsmitbringsel. Als Wahrzeichen dient der etwas schiefe Turm Torre Apponale und die Stadtburg Rocca die Riva.

 

Da es hier immer mal wieder zu Wetterumschwüngen kommen kann, empfehle ich den Besuch der Altstadt eher spontan auf einen sonnenärmeren Tag zu legen und die Sonnentage am See zu nutzen. Bei unserm Aufenthalt am Gardasee stand ein einziges kleines kurzes Gewitter den restlichen schönen Tagen gegenüber. Insgesamt war es mit 28-30 Grad und immer einer leichten Brise Wind sehr angenehm.

 

Arco

Rivas nördliche Nachbarstadt ist nur 5 Kilometer entfernt: Arco. Wahrzeichen ist das Castello die Arco, das über der Stadt thront und auf dem Weg von Riva nach Arco dauerhaft sichtbar ist. Die große St. Maria Kirche bildet den Mittelpunkt der schönen Stadt. Zahlreiche kleine Gassen mit Bars, Restaurants und Geschäften runden das gemütliche Zentrum ab. Arco war 2011 Austragungsort der Kletterweltmeisterschafft. Auch jetzt ist diese Sportart der große Touristenmagnet. Überhaupt sind um den nördlichen Gardasee viele weitere Outdoorsportarten, wie surfen, wandern oder Mountainbiken sehr beliebt. Während unseres Urlaubs gab es wieder ein Kletterevent mit vielen Attraktionen mitten in der Stadt. Arco ist sportlich.

 

Essen und Trinken

Arco war auch oftmals unser Ziel beim Thema Essen und Trinken. Ein absolutes Muss ist ein Besuch im Restaurant Alla Lega. Spätestens wenn man einmal hier war, weiß man, warum die italienische Küche so beliebt ist. Neben den typischen Vorspeisen und Hauptspeisen gibt es einen Tipp, den man unbedingt mal ausprobieren sollte: Ein Tris. Es besteht aus drei verschiedenen Sorten Nudelgerichten, die man sich ganz nach Wunsch aus den verschiedenen Gerichten der Speisekarte zusammenstellen kann. Somit bekommt man die Möglichkeit, viele der verschiedensten Gerichte auch wirklich zu probieren. Das Tris steht nicht auf der Karte, wird aber ohne Probleme gemacht wenn man danach fragt. Eigentlich ist es als Vorspeise vorgesehen, ich empfehle es aber nach einer kalten Vorspeise wie Vitello Tonnato oder Caprese als Hauptgang. Dazu passen ein oder zwei Gläser Hauswein, der im Urlaub bekanntlich immer besser schmeckt als zu Hause. Der schönste Platz ist im Innenhof, der von einer einzigen Weinrebe überdacht wird. Wer viele verschieden Restaurants während seinem Aufenthalt ausprobieren möchte sollte hier gegen Ende des Urlaubs hingehen. Isst man direkt am Anfang hier besteht die Gefahr, nirgendswo anderes hin zu wollen. Selten habe ich so schön gesessen, gegessen und genossen wie in diesem Restaurant.

 

Das Cafe Flora hatte ich bereits erwähnt. Regelmäßige „Ein-Eis-geht-noch“-Stopps sind vorprogrammiert. Der Rückweg zum Hotel dauert oftmals doppelt so lange, weil man an einem Halt am Flora nicht vorbei kommt.

Wenn man im Trentino ist, sollte man auch einmal die Trentiner Spezialität, das Carne Salada probieren. Dünn geschnittenes Rindfleisch wird 40 Tage in einer Gewürzsauce eingelegt und anschließend gegrillt. Dazu gibt es wahlweise Paprikagemüse, kalt servierte Knoblauchbohnen oder ganz einfach Pommes. Das alles bekommt man im kleinen und rustikalen Restaurant Alla Grotta am Fuße des Monte Brione zwischen Riva und Arco. Umgeben von Weingärten erreicht man das nette Restaurant von unserem Hotel aus nach 10 Minuten mit dem Fahrrad oder einem Spaziergang von knapp 30 Minuten. Das Gebäude wurde in den 70er Jahren von einem Kuhstall in ein Restaurant umgebaut und besteht neben dem inneren Gastraum mit Küche und Grill aus einem weiteren überdachten Außenbereich und einem unüberdachten Außenbereich. Neben einer großen Weinauswahl findet man hier auch das ein oder andere Helle Bier aus Deutschland. Zwei Tipps: Am Dienstag ist auch in der Hochsaison Ruhetag und es gibt leider häufig Stechmücken. Ich empfehle euch einen Platz weiter Innen und der ein oder anderen Schutzmaßnahme im Vorfeld: Reibt euch mit Mückenspray ein.

 

Unser Urlaub

…war wieder wunderschön und leider viel zu schnell zu Ende. Auch ein kürzerer Trip lohnt sich trotz des weiten Weges. Den Rückweg haben wir übrigens wieder Nachts angetreten. Um drei Uhr ging der Wecker. Die Autobahnen sind leer und unser kleinster Urlauber hat die ersten fünf Stunden am Stück komplett verschlafen. Wir haben uns mit dem Fahren abgewechselt und die Rückfahrt am Stück bewältigt. Beim Rückweg schafft man dies besser als beim Hinweg…

Noch mehr möchte ich euch gar nicht erzählen. Fahrt lieber selbst hin und genießt die schöne Region und das ausgezeichnete Essen. Und wenn ihr da gewesen seid meldet euch mal und berichtet mir wie ihr es fandet. Denkt dran: Ein Urlaub am Gardasee lohnt sich immer! 😉

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